Vegetarismus / Veganismus — Leben und Leben lassen

Die Grundsatzfrage, ob wir Menschen Tiere töten und besitzen sollen, trennen wir wegen argumentations-strategischen Gründen in zwei Hauptbereiche auf:

 

1. Die Tötungsfrage

Die Tötungsfrage ist eine philosophische.

Jeder Mensch muß mit sich selbst klären, ob er direkt oder indirekt (als KonsumentIn) tötet.

Entscheidend ist die Frage der Notwendigkeit. Wir leben nicht im Dschungel oder in eisigen Regionen, und können ohne Einbuße von Lebensqualität vegetarisch oder vegan leben.

Natürlich leben auch Pflanzen. Die vegetarische Lebensweise verbraucht jedoch ca. 10x weniger Ressourcen als die mit Schlachttieren.

Babyfleisch (Kalb, Spanferkel, usw.) essen, Riesenschildkröten lebendig aufzureißen, Hummer in heißem Wasser töten, Kaviar dem Fisch lebend herauszuschneiden, Schweine ohne Narkose kastrieren, sind kaum zu überbietende Grausamkeiten.

Tiere sind nicht nur leidensfähig und beseelt, sondern haben auch ein Bewußtsein. So erkennen Delphine, Schimpansen, Elstern usw. ihr eigenes Spiegelbild. Tiere entwickeln kreative Intelligenz. Delphine retten immer wieder schiffbrüchige Menschen vor Haiattacken. Auch andere Tiere haben ein hohes soziales Bewußtsein und adoptieren sogar Findelkinder einer anderen Spezies.

 

2. Intensiv- (Massen-) Tierhaltung

Intensivtierhaltung ist die gängige Produktionsart von Fleisch, Eiern, Milch, Pelzmode, usw.

Leidensfähige, beseelte Tiere ein Leben lang in einen Käfig zu sperren, an eine Kette zu hängen, von der Familie zu trennen, mit Chemikalien zu vergiften, mittels Hormonen zu degenerieren, gentechnisch zu verändern, usw., ist als Verbrechen zu werten.

Jede(r), welche(r) Produkte aus Massen-, Intensivtierhaltung verwendet, ist mitverantwortlich für Tierleid, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen.
Laut UNO Studie ist Fleischkonsum Klimakiller Nr.1 !! (Methan von Kuhmägen, enorme Ressourcenverschwendungen, Monokulturen für Tierfutter zerstören Regenwald und erhöhen den Hunger der Armen, usw).

Sehr oft verweisen Menschen, welche Fleisch aus Intensivtierhaltung essen, auf andere Probleme. Jedoch kann kein Unrecht ein anderes entschuldigen oder relativieren.

Recht auf Vegetarismus

 

Viele VegetarierInnen sind einem sozialen Druck ausgesetzt. Vor allem anfangs wird in der Familie, in der Arbeitswelt und im Freundeskreis die Entscheidung vegetarisch zu leben skeptisch betrachtet. Mit der Zeit nimmt diese Form der Intoleranz zunehmend ab.

Für VegetarienInnen ist es äußerst unangenehm, gezwungenermaßen Fleischgeruch riechen zu müssen.

Es ist inakzeptabel, daß es im öffentlichen Raum (Bahnhöfe, U-Bahn, Geschäften, usw.) intensiv nach Leichen riecht. Im speziellen sind das warme Fleischgerichte, wie z.B. Kebab, Leberkäse, Schweinsstelzen.

Resistance for Peace wird mit den zuständigen Stellen wegen diesem Thema vorstellig werden.

Was für NichtraucherInnen gilt, muß auch für VegetarierInnen ein Recht werden.

Das Recht auf Vegetarismus muß es auch bei Behörden (Arbeitsamt, Bundesheer, Schulen, usw.) und Institutionen geben.

 

 

Gesundheitliche Aspekte bei VegetarierInnen


Richtlinien für vegetarische Ernährung:

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit hohem Obst- und Gemüseanteil (je mehr Rohkost, desto besser), moderatem Hülsenfrüchtenanteil und mäßigem Ausmaß an Stärke-, Kalorienprodukten sorgt für eine gesunde Ernährung.
Wer Rohkost schlecht verträgt, soll Gemüse nicht zerkochen sondern nur kurz anrösten oder andünsten.

 

 

 

Gesundheitliche Aspekte bei VeganerInnen

Richtlinien für vegane Ernährung:

Um die größtmöglichen gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung auszuschöpfen, bzw. Mangelerscheinungen im Vorhinein auszuschließen
(Mangelerscheinungen sind auch bei Fleischessern möglich), sollte Folgendes berücksichtigt werden:

-Viel verschiedenes Obst und Gemüse (mindestens 450 g pro Tag und hoher Rohkostanteil).
Wer Rohkost nicht gut verträgt, soll Gemüse nur kurz an rösten oder an dünsten.

-Mindestens 900 g (dunkel-) grünes Blattgemüse oder Brokkoli und mindestens 450 g Karotten pro Woche.

-Viel Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Naturreis etc.)

-Vitamin B12: aus damit angereicherten Lebensmitteln oder ca.10 µg /täglich Vitamin B12 aus einem Nahrungsergänzungsmittel, z.B. VEG 1 von Health Plus oder Vitamin B12-Sublingual Powder von Higher Nature, erhältlich in Naturkostläden, Apotheken usw.

-Gesicht und Arme mindestens 15 Minuten pro Tag (so oft wie möglich) der Sonne aussetzen.
Wenn nur wenig Zeit in der Sonne verbracht wird oder bei dunkler Hautfarbe soll sichergestellt sein, dass man 10 bis 20 µg Vitamin D2 pro Tag aus damit angereicherten Lebensmitteln oder aus Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden.

-Ausreichend Jod (zB. jodiertes Salz, VEG 1)

-Kalzium: Mindestens 500mg pro Tag Kalzium aus Kalzium-reichen Nahrungsmitteln wie grünes Blattgemüse: Kohl, Brokkoli, Petersilie etc.
Aber: Spinat ist keine gute Kalziumquelle!
Mit Kalzium angereicherte Lebensmittel wie manche Sojamilch-Produkte (Angaben zum Kalziumgehalt auf der Packung prüfen), Tofu mit Kalziumsulfat, Orangen, Feigen, Melasse usw.

-Omega 3 Fettsäuren /Öle: Ein Esslöffel gemahlene Leinsamen oder ein Teelöffel (nicht erhitztes) Leinsamenöl pro Tag oder andere Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Z.B. zwei Esslöffel (unraffiniertes) Rapsöl (das milder schmeckt) statt anderer Pflanzenöle.
Regelmäßige moderate Mengen an Nüssen (ca. 30 g pro Tag) werden als gesund empfohlen.

-10 Paranüsse pro Woche sichern eine angemessene Selenium-Aufnahme (alternativ: VEG 1). Zu viele Paranüsse sind schädlich.

-Um die Protein-Aufnahme zu fördern, sind Nüsse gegenüber Ölen zu bevorzugen, ist Weizen gegenüber Reis zu bevorzugen. Moderate Mengen Bohnen, Erbsen Linsen.

-Eisen: abwechslungsreiche, großteils vollwertige Ernährung, mit nicht gekeimtem Vollkorn-Getreide und hohem Gemüseanteil (nicht alles zerkochen).

 

-Ein jährlicher Bluttest auf B12, Eisen, usw. ist zu empfehlen.

 

Quellennachweis:
http://www.vegansociety.com oder
Walsh, Stephen: Plant Based Nutrition and Health, The Vegan Society 2003

 

 

Gründe vegan zu leben

 

TierrechtlerInnen lehnen es ab, Tiere als Besitz zu sehen.

Spezieszismus ist vom Denkmuster her dem Rassismus und Sexismus gleichzustellen und abzulehnen.

Ähnlich wie die Sklaverei seinerzeit bei den Menschen abgeschafft wurde (?), klingt es heutzutage visionär, Tieren das Recht auf Leben und Freiheit zuzugestehen.

 

 

Warum lehnen VeganerInnen Milch, Eier, Leder, Honig, ... ab ?

 

Bei der Milchkuh-Haltung werden die Kühe meist künstlich und regelmäßig befruchtet.

Nach der Geburt werden die Kälber zwecks Entwöhnung schon nach einigen Tagen von der Mutter getrennt und in Einzelboxen gesperrt (auch auf Bio-Bauernhöfen). Dies meist im selben Stall (Halle), sodaß sie ständig das Rufen der Mutter hören, und umgekehrt. Wenn diese Kälber keine Milchkühe werden sollen, gelten sie als Schlachttiere. Die Mütter, welche normal ca. 20 Jahre alt werden, werden nach 3-5 Jahren geschlachtet, da ihre Produktivität nachläßt.

 

Bei der Eierproduktion sind die Legehennen, welche in der Natur maximal 20 Eier pro Jahr legen, zu Legemaschinen gezüchtet (ca. 300 Eier pro Jahr).

Nach ca. einem Jahr läßt die Legeleistung nach, und die Hennen werden zu Billigfleisch.

Die Hälfte der geborenen Küken sind männlich und somit für die Eierproduktion unbrauchbar. Sie werden getötet (auch auf Bio-Bauernhöfen). Bei größeren Mengen werden die Küken mit einer Maschine zerhäckselt oder einfach in einen Müllsack gefüllt und erstickt. Wenn Zeit und Wille da ist, mit Abgasen. Oft wird der Sack einfach zugebunden, und das Sterben dauert tagelang.

 

Leder ist eine bewußt kalkulierte finanzielle Komponente bei der Tierhaltung, und ist nicht als Abfallprodukt zu sehen.

Leder ist kein Naturprodukt, sondern gilt als Sondermüll (wie auch Pelzmode).

Durch das Reinigen, Gerben und Färben des Leders sind viele Chemikalien und oft Schwermetalle (Blei, Nickel, Quecksilber, usw.) enthalten, welche die Umwelt und auch die Menschen schädigen.

 

Honig ist für VeganerInnen abzulehnen, da die Bienen degeneriert werden.

Der Mensch nimmt sich mit dem Honig den wertvollen Ertrag aus der Natur, und gibt den Bienen im Gegenzug für den Winter Zuckerwasser mit Glykol versetzt.